Maklerfuchs

Ratgeber · Kosten

Was kostet ein Makler wirklich?

Provision in Euro statt Prozent: Wie sich Maklerkosten beim Verkauf und bei der Vermietung zusammensetzen — und warum sich zwei Angebote beim selben Haus um Tausende unterscheiden können.

Makler und Eigentümer besprechen Provisionsunterlagen am Schreibtisch

Die Maklerprovision ist für die meisten Eigentümer der größte Einzelposten beim Verkauf — und gleichzeitig der intransparenteste. Eine gesetzliche Obergrenze gibt es beim Verkauf nicht: Die Provision ist frei verhandelbar und regional sehr unterschiedlich.

Verkauf: Wer zahlt wie viel?

Üblich sind je nach Region insgesamt etwa 5 bis 7 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Seit Ende 2020 gilt beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen an Verbraucher das Teilungsgebot: Der Käufer darf höchstens so viel Provision zahlen wie der Verkäufer. In der Praxis wird deshalb meist hälftig geteilt — bei 7,14 % gesamt trägt der Verkäufer 3,57 %.

Ein Rechenbeispiel

Bei einem Verkaufspreis von 650.000 € bedeutet ein Verkäuferanteil von 3,57 % eine Provision von 23.205 €. Bietet ein anderer Makler dieselbe Leistung für 2 %, sind es 13.000 € — ein Unterschied von über 10.000 €, beim selben Haus. Genau deshalb lohnt es sich, mehrere Angebote schwarz auf weiß zu vergleichen, bevor Sie unterschreiben.

Vermietung: gesetzlich gedeckelt

Bei der Vermietung von Wohnraum gilt seit 2015 das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt — in der Regel der Vermieter — zahlt ihn auch. Die Provision ist hier gesetzlich gedeckelt auf maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer (§ 3 WoVermittG). Auch innerhalb dieses Rahmens gibt es aber große Unterschiede zwischen den Angeboten.

Provision ist nicht alles

Der günstigste Makler ist nicht automatisch der beste: Entscheidend ist, was Sie für die Provision bekommen — Preiseinschätzung mit Begründung, Vermarktungsplan, Reichweite, Bonitätsprüfung der Interessenten. Vergleichen Sie deshalb immer Konditionen UND Leistung. Seriöse Makler nennen beides schriftlich.

Worauf Sie achten sollten

  • Provision immer in Euro ausrechnen (lassen) — Prozentwerte verharmlosen die Summe.
  • Nach dem Verkäuferanteil fragen, nicht nur nach der Gesamtprovision.
  • Leistungsumfang schriftlich geben lassen (Exposé, Portale, Besichtigungen, Bonitätsprüfung).
  • Laufzeit und Kündigungsfrist des Maklervertrags prüfen.
  • Mehrere Angebote einholen, bevor Sie unterschreiben.

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